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Flugverspätung – Ein klarer Anstieg im Jahr 2013

Von 20.08.2014Flug, Presse
Über 4,8 Millionen Passagiere sind betroffen.

Über den Wolken – muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Allein, bis ein Fluggast sich über den Wolken befindet, hat er oft eine Nerven zermürbende Warterei hinter sich.

Die Zahlen schockieren: Im Jahr 2013 wurde ein Plus von 12 Prozent an Verspätungen registriert, was einer Anzahl von 4,8 Millionen Passagieren entspricht.

Deutschland ist eigentlich ja bekannt für die Einhaltung der preußischen Tugenden, wozu auch die der Pünktlichkeit gehört. Aber im Flugbetrieb geht es schon lange nicht mehr preußisch zu, wobei die Gründe, die für eine Flugverspätung verantwortlich zu machen sind, sehr vielschichtig sind. Dennoch ist die gerade ermittelte bzw. veröffentlichte Zahl, die für die fünf größten Airports Deutschlands erhoben wurde, ein Knaller. 28.115 Flüge fielen schon einmal ganz aus bzw. betrug die Flugverspätung 3 Stunden oder mehr. Welche Schicksale sich dahinter verbergen, das ahnt man nur. Die Zahlen beziehen sich sowohl auf die Start- als auch die Landezeiten. Wenn man sich Letztere vor Augen führt, tut sich ein mulmiges Szenario auf. Viel länger als erwartet – und oft erwünscht – in der Luft zu hängen: nicht wirklich angenehm!

Ein rundes Dutzend – üppige Zuwächse in Sachen Flugverspätung

Satte zwölf Prozent mehr dieser unschönen Vorkommnisse mit allen Folgen für das Wohlbefinden, das hört sich doch verdächtig nach Schlendrian an. 2012 war noch okay, aber 2013? Was ist da genau passiert, dass man plötzlich nicht mehr auf den Flieger setzen kann, wenn man es wirklich eilig hat? Denn obwohl die Airlines ab drei Stunden Flugverspätung von den Fluggästen zur Kasse gebeten werden dürfen, wurde das Soll in auffallender Weise häufig nicht erzielt. Stichwort lautet hier höhere Gewalt, und in Fällen, auf die dieser brutal klingende Begriff zutrifft, geht der Fluggast leer aus. Pech gehabt, und trotz der erwähnten hohen Zahl im Bereich Flugverspätung wurden deutlich weniger Entschädigungsgelder ausgeteilt.

Eisregen oder Streiklust?

Das Jahr 2013, das muss man in diesem Zusammenhang aber auch betonen, fing extrem fies an. Schon im Januar legte der Eisregen die Pisten lahm, und dass der Winter sich bis in den Mai erstreckte, half auch nicht. Dieser schlechte Start konnte nicht wieder aufgeholt werden, und ein Großteil der für den großen Verspätungszuwachs verantwortlichen Pannen musste auf das Konto von Väterchen Frost verbucht werden. Wer oder was auch immer zu schelten ist, die Grünen haben sich schon aktiv in das Thema eingeklinkt. Ihr für den Tourismus zuständige Sprecher Markus Tressel sieht dann auch die Airlines in der Pflicht. Die Qualität ließe eben doch an einigen Stellen zu wünschen übrig, was sich sicher auch in den Streikzahlen des Personals der Airlines ablesen lässt.

Fliegen soll wieder attraktiv sein

Der hier von den Grünen angesprochene Verbraucherschutz, der Anspruch auf die bezahlte Leistung im vollen Umfang ohne Flugverspätung, muss wieder zu einem Kennzeichen des Services der Fluglinien werden. Wenn sie der Bahn Konkurrenz machen wollen, müssen sie geringe Zeiten von A nach B bieten können – und das zuverlässig. Ansonsten sind auch Geschäftsreisende oder Urlauber nicht gewillt, für einen Luxus, der am Ende keiner ist, so viel Geld zu zahlen. Das Gefühl von „über den Wolken“ muss wieder rundum positiv besetzt sein.