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Home » Missachtung der Fluggastrechte während der Corona Pandemie!

In einem am 29.06.2021 veröffentlichten Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes wird ausgesprochen, was FairPlane im Rahmen der Ticketkosten Rückerstattung für seine Kunden leider täglich erlebt hat.

Kunden wurde weisgemacht, dass Sie Gutscheine für den stornierten Flug annehmen sollten. Dies widerspricht geltendem EU Recht. Die Fluggastrechteverordnung 261/2004 sieht eine Erstattung in bar, oder eine Ersatzbeförderung vor. Auf Anschreiben wurde seitens der Fluglinien nicht reagiert. Vor allem bei einer Buchung über eine Plattform wurden die Kunden regelrecht im Kreis umher geschickt: keiner war plötzlich zuständig. Leidtragende waren und sind die Verbraucher. Auch wenn die Corona Pandemie eine große weltweite Krise ist, dürfen die Passagierrechte deswegen nicht einfach „abgeschafft“ werden. 

FairPlane Gründer Mag. Andreas Sernetz:

Mag. Andreas Sernetz

„Die Reisenden wurden in der Corona Krise komplett ignoriert und im Regen stehen gelassen. Es gab keine Auskunft und auch online waren keine ausreichenden Informationen für eine Rückerstattung zu finden, dahinter steckt System. Laut geltendem EU-Recht haben die Reisenden einen Anspruch auf Rückzahlung in bar. Wir bieten mit unserem Service Ticket Rückerstattung Unterstützung durch auf Reiserecht spezialisierte Vertragsanwälte, ohne Kostenrisiko. Nur im Erfolgsfall wird eine Provision vom ausgezahlten Betrag abgezogen. Reisende werden als Banken missbraucht, die zinslose Kredite für Fluglinien und Reiseveranstalter geben, ohne es zu wollen. Die milliardenschwere Hilfe für Luftfahrtunternehmen war schnell beschlossen worden. Die Ticketkostenrückerstattungen gehen nur schleppend voran, obwohl die Rechtslage ganz eindeutig ist. Dass es Fluglinien bis zur Rückzahlung auch auf Gerichtsverfahren ankommen lassen ist unglaublich. Welcher Konsument kann sich dies ohne Unterstützung leisten? “

“Zu den zahlreichen Auswirkungen der Pandemie gehört auch, dass die Fluggastrechte in der EU verletzt wurden”, so Annemie Turtelboom, das für den Bericht zuständige Mitglied des Europäischen Rechnungshofs. “Zwar wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Fluggesellschaften und Pauschalreiseveranstaltern zu helfen, doch wurde viel zu wenig getan, um die Rechte von Millionen Menschen in der EU zu schützen.”

„Der Luftverkehr in der EU wurde von der Corona-Pandemie hart getroffen. Die von den Mitgliedstaaten oft unkoordiniert eingeführten Reisebeschränkungen führten im europäischen Luftverkehrsnetz zur Streichung von 7 000 Flugverbindungen. Flugannullierungen vereitelten in der EU zwischen März 2020 und März 2021 die Reisepläne von Millionen Passagieren. Nach EU Recht haben Fluggäste im Falle einer Annullierung ihrer Flugtickets eigentlich Anspruch auf Rückerstattung oder auf alternative Beförderung. Gleichzeitig führte der abrupte Flugstopp bei Fluggesellschaften und Pauschalreiseveranstaltern zu plötzlichen und massiven Liquiditätsengpässen. Um sie vor der drohenden Insolvenz zu bewahren, reagierten viele Mitgliedstaaten schnell und kamen ihnen mit staatlichen Beihilfen in nie dagewesener Höhe zu Hilfe.“

„Die Prüfer berichten weiter, dass die Mitgliedstaaten zwischen März 2020 und April 2021 zu diesem Zweck öffentliche Gelder in Höhe von insgesamt 35 Milliarden Euro in die Hand nahmen. Air France und KLM hätten zusammen mehr als 11 Milliarden Euro erhalten, die Lufthansa mehr als 6 Milliarden Euro, TUI, TAP und SAS jeweils mehr als 1 Milliarde Euro – und das seien noch längst nicht alle. Gleichzeitig hätten die Mitgliedstaaten Rückerstattungen an Fluggäste nicht ausdrücklich zur Bedingung für den Erhalt staatlicher Beihilfen gemacht, obwohl die Kommission (die im Bereich der Fluggastrechte allerdings nur über eingeschränkte Kompetenzen verfügt) durchaus deutlich gemacht habe, dass es diese Möglichkeit gebe. Letztlich hätten die Mitgliedstaaten die Rückerstattungen an Fluggäste allein den Fluggesellschaften überlassen, die bei der Verwendung der staatlichen Beihilfen eigene Prioritäten gesetzt hätten. Die Prüfer monieren, dass Fluggäste deshalb innerhalb der EU sehr unterschiedlich behandelt worden seien.“