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Umbuchungen bei Air Berlin – das müssen Kunden wissen

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Bild: Unbesetzter Air Berlin Service-Schalter in Düsseldorf – die Airline verkleinert massiv.

Bei Air Berlin stehen alle Zeichen auf Kürzung und Umstrukturierung um wieder auf Kurs zu kommen. Änderungen im Flugplan sind die Folge, über welche betroffene Kunden nach und nach von Air Berlin informiert werden. Besorgte Passagiere erreichen uns nun, welche Rechte ihnen bezüglich der stattfindenden Flugannullierungen und Umbuchungen zustehen.

Mit einer Neuausrichtung, welche im September angekündigt wurde, möchte die finanziell angeschlagene Air Berlin aus der Krise herauskommen. Die Airline will sich zukünftig auf das Kerngeschäft an Langstrecken-Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf konzentrieren. Durch die Aufspaltung wird die Air Berlin-Flotte um ein Drittel auf etwa 75 Flugzeuge schrumpfen. Die Airline verkleinert sich dadurch deutlich – Flughäfen und Routen werden aufgegeben oder von anderen Airlines geflogen. Weiters will die angeschlagene Fluggesellschaft im Zuge der Verkleinerung bis zu 1200 Vollzeitstellen streichen.

Seit Februar vermietet  Air Berlin einen Teil ihrer Mittelstrecke-Flotte samt Besatzung schrittweise an den Lufthansa-Konzern. Lufthansa setzt diese Maschinen vor allem bei seiner Billigtochter Eurowings ein. Die Flugzeuge wurden in den Farben von Eurowings umlackiert und tragen den Zusatz „operated by Air Berlin“. In diesem Jahr werden 33 Air-Berlin Maschinen für Eurowings an sieben Basen in Deutschland, Österreich und Spanien an den Start gehen. Fünf Maschinen werden für die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines fliegen. Vier Flieger aus diesem Mietgeschäft werden in München und in Palma de Mallorca stationiert. Einen Großteil der Leisure-Destinationen des ehemaligen Air-Berlin Streckennetzes werden von der neuen Niki/Tuifly übernommen.

Das ist wichtig für Kunden

Air Berlin hat bereits begonnen, Fluggäste schriftlich über die Flugänderungen hinsichtlich der Umstrukturierung zu informieren. Reisenden, deren Flüge nicht mehr angeboten werden, muss Air Berlin Alternativflüge oder Stornierungen samt Erstattung des Ticketpreises anbieten. Die bereits getätigten Flugbuchungen und ausgestellten Flugtickets erhalten auf jeden Fall ihre Gültigkeit – Air Berlin ist verpflichtet, sämtliche Beförderungsverträge zu erfüllen.

Wird ein Flug ersatzlos gestrichen, muss die Airline dem Passagier die gesamten Ticketkosten innerhalb von 7 Tagen rückerstatten oder eine zumutbare Ersatzbeförderung anbieten. Diese Ersatzbeförderung kann auch durch eine andere Airline oder durch ein anderes Verkehrsmittel erfolgen. Sollte die angebotene Ersatzbeförderung für den Fluggast keine Option sein, hat er das Recht, seine Reise zu stornieren und die Ticketkosten zurückerstattet zu bekommen. Auch bei einem Flugausfall im Zuge einer Pauschalreise stehen dem Kunden diese Rechte zu.

Wichtig ist dabei auch der Zeitpunkt, wann Air Berlin den Kunden über die Flugannullierung verständigt. Informiert eine Fluggesellschaft den Passagier erst sehr kurzfristig – nämlich 14 Tage oder weniger vor Abflug, steht dem Fluggast eine Ausgleichszahlung laut EU-Fluggastrechteverordnung zu. Je nach Flugdistanz beträgt diese zwischen 250 und 600 Euro. Bei rechtzeitiger Auskunft ist dieser Anspruch auf Entschädigung jedoch nicht gegeben. Nicht ausreichend ist es, wenn die Fluggesellschaft nur das Reisebüro oder den Ticketanbieter informiert, ohne dass diese die Information an ihre Kunden weitergeben. Dann besteht für den Reisenden  Anspruch auf Entschädigung.

Air Berlin bietet nicht immer Ersatzflüge an

Nun wurde von einigen Fluggästen bekannt, dass Air Berlin aufgrund der Restrukturierungsmaßnahmen nicht immer eine Wahlmöglichkeit anbietet. Den Kunden wird nur das Recht der Stornierung bei voller Kostenrückerstattung angeführt. Dabei müsste die Fluggesellschaft zusätzlich auch die Option einer Ersatzbeförderung einräumen – so sieht es die EU-Fluggastrechteverordnung vor. Dem Passagier muss also die Möglichkeit gegeben werden, sich zwischen einem Ersatztransport und der Rückerstattung der Ticketkosten frei zu entscheiden.

Derzeit ist dies bei Air Berlin nicht immer der Fall und der Kunde in der misslichen Lage, auf eigene Faust einen Flug zu seinem Zielort buchen zu müssen – oft zu höheren Kosten und zu seinem finanziellen Nachteil. FairPlane möchte daher aus gegebenem Anlass ein Musterverfahren gegen Air Berlin starten, um die Airline zu verpflichten, ihren Kunden auch zustehende Alternativflüge anzubieten.

 

Für weitere Informationen steht Ihnen der FairPlane Kundenservice zur Verfügung.
Informationen zu Rechten bei Flugausfällen erfahren Sie auf unserer Webseite.
FairPlane unterstützt Passagiere bei der Durchsetzung Ihrer Fluggastrechte.
Bei der Refundierung von stornierten Flugtickets steht Ihnen der Service von TicketRefund zur Verfügung.

Details zum neuen Streckennetz sind auf der Webseite von Air Berlin ersichtlich.