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Ratte fliegt mit Air Berlin Maschine

Ratte an Bord

Seit Tagen steht eine Maschine von Air Berlin im Hangar mucksmäuschenstill. Grund dafür ist eine Ratte, die sich als blinder Passagier in die Maschine geschlichen hat. Nach dem Einsatz des Kammerjägers muss nun die gesamte Technik überprüft werden.  

Am 24.03. fiel der Crew auf dem neunstündigen Flug von Miami nach Berlin-Tegel eine Ratte in ihrem Airbus 330 auf. Vermutlich hatte sich der Nager bei der Beladung der Maschine in den Verpflegungscontainern eingenistet. Die dadurch notwendigen Untersuchungen und technischen Checks zwangen die Maschine zehn Tage am Boden zu bleiben.

Höchste Gewissenhaftigkeit beim „Nager Check“

Nach der Landung wurde die Maschine gründlich untersucht und es wurde tatsächlich Rattenkot gefunden. Bei so einem Vorfall gilt: das Tier muss gefunden und eliminiert werden. Danach werden alle Kabel und Leitungen des Flugzeuges penibel auf etwaige Schäden untersucht. Da die kleinen Nagetiere, egal ob Ratten. Mäuse oder Hamster in jede noch so kleine Ritze kriechen können und dort womöglich sensible Elektroleitungen anknabbern, ist höchste Gewissenhaftigkeit beim „Nager Check“ vonnöten.

Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel (48) in einer Stellungnahme in der Berliner Zeitung: „Da Sicherheit in der Luftfahrt oberste Priorität hat, schreibt jeder Flugzeughersteller für seine Maschinen Verfahren zur Prävention und Beseitigung von befallenen Flugzeugen vor. Air Berlin setzt diese bei den kleinsten Anzeichen eines Befalls unverzüglich um.“ Wie groß der finanzielle Schaden, der durch den tagelangen Stillstand des Airbus entstanden ist, bleibt noch offen.

Vorfall kommt öfter vor

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Immer wieder gibt es Meldungen, dass kleinste Tiere große Maschinen lahmlegen.

Anfang März diesen Jahres schlich sich eine Maus an Bord einer Boeing 777 von British Airways. Der Flug von San Francisco nach London konnte erst mit vierstündiger Verspätung abheben. Die reisebereiten Passagiere, allesamt bereits angeschnallt im Flieger sitzend, mussten Geduld haben: Nach einer Durchsage, dass alle Passagiere wegen des blinden Passagiers, der kleinen Maus, aussteigen müssen, wurde die Maschine geräumt. British Airways organisierte ein Ersatzflugzeug und der Flug startete schließlich mit vier Stunden Verspätung. Sicherheit geht vor, bereits kleinste Schäden an Leitungen oder Isolierungen stellen ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Eine Sprecherin von British Airways kommentierte die Verspätung kreativ und humorvoll: “Natürlich freuen wir uns, dass alle mit uns fliegen wollen. Einen sehr kleinen, pelzigen Passagier mussten wir heute aber wieder von Bord schicken!“

Entschädigung bei Nager-Befall?

Für Sie als Reisenden stellt sich in diesem Zusammenhang natürlich die Frage, ob sie durch die „Nager Verspätung“ Recht auf eine Ausgleichszahlung nach der Fluggastrechteverordnung haben könnten. Bei dem Flug von San Francisco nach London mit vier Stunden Verspätung wären das ja immerhin 600 €.

Im Jahr 2013 hatte eine Passagierin beim Amtsgericht Düsseldorf Klage wegen einer Verspätung durch ein Mäuschen eingebracht. Die Klägerin erhielt keine Entschädigung, weil eine Maus einen außergewöhnlichen Umstand darstellt. Hier ein Auszug aus der Begründung des Amtsgerichts:“ Das Vorhandensein einer Maus im Flugzeug stellt vielmehr einen von außen kommenden Umstand dar, der für das ausführende Luftverkehrsunternehmen nicht vorhersehbar und nicht beherrschbar ist. ….Es sind hier auch keine zumutbaren Maßnahmen ersichtlich, durch die das Eindringen der Maus in das Flugzeug verhindert worden wäre. (Az. 47 C 17099/13)

Ob ein Anspruch auf Entschädigung vorliegt, oder doch ein außergewöhnlicher Umstand, wird für den jeweiligen Einzelfall bei Gericht geprüft.