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Aggressive Katzenbesitzerin: keine Entschädigung für Flugverspätung

Entschädigung Katzenbesitzerin

Eine Frau wurde gewalttätig, als ihre heimlich an Bord geschmuggelte Katze in den Waschraum musste. Der Pilot sah keine andere Möglichkeit als zwischenzulanden – die Folge: mehr als 24 Stunden Flugverspätung. Ein Passagier verlangte daraufhin Entschädigung,  jedoch ohne Erfolg. Das Amtsgericht bewertete den Zwischenfall als außergewöhnlichen Umstand.

Wie schon im September 2015 von FairPlane berichtet, kam es in einer Boeing 767 von Las Vegas nach Frankfurt zu einem absurden Zwischenfall. Eine Frau, angeblich ein Model, hatte ihre über alles geliebte Katze heimlich in einer Designertasche an Bord geschmuggelt. Da die Katze frei herumlief, wurde sie schon bald von der Crew entdeckt. Da Tiere an Bord aber vorschriftsmäßig in Transportboxen reisen müssen, wurde nach einer alternativen Unterbringung für den Stubentiger gesucht. Die Katzenbesitzerin erklärte sich mit der Vereinbarung einverstanden, das Kätzchen für die Dauer des Fluges in einen Waschraum zu sperren, um andere Passagiere nicht zu gefährden.

Wenig später nahm der Katzenjammer jedoch seinen Lauf. Ständig eilte das Model Richtung Waschraum um sich zu vergewissern, dass mit ihrer Miezekatze alles in Ordnung war. Das Bordpersonal bat die junge Frau darum, aus Sicherheitsgründen auf ihrem Sitzplatz zu verweilen – in deutlich größeren Zeitabständen könne sie gerne nach dem Rechten sehen.

Katzenbesitzerin drohte mit terroristischen Absichten

Nach dieser Ermahnung dürfte die Katzen-Lady in Rage geraten sein. Entgegen der zuvor getroffenen Vereinbarung wollte sie ihr Haustier unbedingt aus dem Waschraum befreien. Als das Personal versuchte sie aufzuhalten fuhr die Dame ihre Krallen aus. Die Passagierin begann zu pöbeln, bedrohte eine Flugbegleiterin – ja sie drohte sogar mit „Kontakten zur Mafia“ und „terroristischen Absichten“.

Der Pilot sah daraufhin keine andere Möglichkeit mehr, als in Denver zwischenlanden. Berichten zufolge wurde das Flugzeug nach Ankündigung des Zwischenstopps von Kampfjets eskortiert – eine Sicherheitsmaßnahme in den USA. Die fast 230 Passagiere mussten am Ort des Zwischenstopps übernachten. Die Boing 767 landete schlussendlich mit über einem Tag Verspätung in Frankfurt. Das Model und ihre Katze durften den Flug in dieser Maschine nicht mehr fortsetzen und blieben in Denver zurück.

Alles für die Katz: Keine Entschädigung für die Flugverspätung

Aufgrund der vorliegenden Verspätung hat ein mitfliegender Passagier die Airline nun verklagt und eine Entschädigung nach EU-Recht verlangt. Vor dem Amtsgericht Frankfurt hatte der Fluggast damit aber keinen Erfolg. Dieses bewertete den Vorfall als außergewöhnlichen Umstand, wodurch die Airline von ihrer Zahlungspflicht befreit wurde.

Der Fluggesellschaft könne laut Gericht vorgeworfen werden, dass die Frau ihre Katze gar nicht mit an Bord nehmen hätte dürfen. Da jedoch die zunächst einsichtige Katzenbesitzerin ganz unerwartet und überraschend die Anweisungen der Crew nicht gefolgt habe und gewalttätig geworden sei, kam der außergewöhnliche Umstand zustande. Die erforderliche Zwischenlandung sei daher laut Urteil nicht zu beanstanden und die Verwahrung der Katze im Waschraum eine zumutbare Maßnahme gewesen.