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Entschädigung bei Flugverspätung mit Air Berlin

Häufig gestellte Fragen zur momentanen Situation bei
Air Berlin und Fly Niki

A.: Nimmt FairPlane noch neue Fälle von Air Berlin bezüglich Ausgleichszahlungen an?

Nein, es werden keine neuen Fälle von Air Berlin mehr angenommen.
Weder FairPlane Express, noch FairPlane Standard.

Die letzten Zahlungen von Air Berlin an FairPlane Kunden sind Anfang August diesen Jahres getätigt worden. Nach einem Verkauf von Air Berlin werden die ausständigen Forderungen nur noch in einem nachfolgenden Insolvenzverfahren angemeldet werden können.

FairPlane und seine Vertragsanwälte sind sich dieser, für Kunden sehr ärgerlichen Tatsachen bewusst und wollen keine falschen Erwartungen mehr wecken.

Mag. Andreas Sernetz (FairPlane-Gründer, CEO): „Nach unserer Einschätzung wird es nach dem Verkauf von den relevanten Unternehmensteilen von Air Berlin für das verbleibende Unternehmen eine Abwicklung im Konkursverfahren geben. In diesem Verfahren werden auch alle Ansprüche auf Ausgleichszahlungen der Flüge nach dem 15.08.2017 aufgehen und daher bewegt sich die Erfolgsaussicht leider gegen Null. Jetzt noch weitere Fälle anzunehmen, würde falsche Erwartungen bei unseren Kunden wecken, das wollen wir vermeiden.“
(Stand 18.09.2017)

B.: Nimmt FairPlane noch neue Fälle von Fly Niki bezüglich Ausgleichszahlungen an?

Ja, neue Fälle werden angenommen. Allerdings ist auch hier FairplaneExpress nicht verfügbar. Aber bei Fly Niki Fällen wird auch der gerichtliche Weg beschritten, also die Fluglinie bei erfolgloser außergerichtlicher Einigung geklagt.

C.: Werden Ausgleichszahlungen, die sich bereits bei FairPlane im System befinden, von Air Berlin noch ausbezahlt?

Bei FairPlane sind die letzten Zahlungen von Air Berlin für unsere Kunden Anfang August eingegangen. Nach der Insolvenzmeldung sind keinerlei Zahlungen von Air Berlin mehr bei FairPlane eingegangen.

D.: Wie sieht es mit den laufenden Ausgleichszahlungen für bestehende Fälle bei Fly Niki aus?

Fly Niki zahlt laufend Entschädigungen aus. Sollte sich dieser Umstand ändern, werden Sie mit Nachrichten auf unserer Homepage und über Facebook informiert.

E.: Wie kann ich selbst überprüfen in welchem Stadium (außergerichtlich, bereits gerichtliche Einbringung…) sich mein bei FairPlane eingebrachter Fall befindet?

Wenn Sie wissen wollen, in welchem Stadium sich Ihr Fall nun befindet, besuchen Sie ihren persönlichen Login –Bereich. Die Zugangsdaten wurden Ihnen per E-Mail zugeschickt.

F.: Ich bin verunsichert, was passiert mit meinem laufenden Fall, den ich bei FairPlane eingebracht habe? Macht ein Anruf beim FairPlane Kundenservice Sinn?

Liebe Kunden, natürlich beantworten wir gerne alle Ihre Fragen, aber momentan können wir Ihnen nur die obengenannten Auskünfte geben. Wie der Fall Air Berlin und vielleicht auch Fly Niki ausgehen werden, ist sehr unsicher.

G.: Kann ich Gutscheine von Air Berlin noch bei Air Berlin einlösen?

Leider nicht, denn auch ein Gutschein stellt gewissermaßen Bargeld dar und darf daher nach der Insolvenz nicht mehr ausgezahlt werden.

H.: Können Gutscheine von Fly Niki noch eingelöst werden?

Nach einem Anruf bei der Service – Line von Fly Niki wurde uns am 22.08.2017 mitgeteilt, dass auch Fly Niki Gutscheine nicht mehr eingelöst werden können. Sie sind genauso wie Air Berlin Gutscheine seit 15.08.2017 suspendiert, also können nicht mehr eingelöst und, wie auf den Gutscheinen auch angeführt, nicht in bar abgelöst werden.

I.: Kann ich meine gesammelten Bonusmeilen von Air Berlin oder Fly Niki noch bei den Fluglinien einlösen?

Topbonus, das Vielfliegerprogramm von Air Berlin, hat am 25. August 2017 einen Antrag auf Insolvenz eingereicht. Dennoch hat das topbonus Programm weiter Bestand. Die Statusvorteile für die Teilnehmer von topbonus bleiben zunächst erhalten. Topbonus Meilengutschriften und das Einlösen von Meilen ist wieder aktiviert. Die ab dem 20. September 2017 geltenden Konditionen zum Sammeln und Einlösen und die Liste der aktiven Partner können der topbonus Website entnommen werden.

https://topbonus.airberlin.com/web/tb/miles-burn

Air Berlin ist insolvent – was bedeutet das für Sie als Kunde?
Tipps und Stellungnahmen der FairPlane-Experten

Air Berlin kommt schon seit Monaten nicht aus den Schlagzeilen: Verspätungen, Gepäckschaos und massenhaft verärgerte Fluggäste, finanzielle Probleme schweben seit Jahren wie ein Damoklesschwert über der Luftlinie. Nachdem Etihad eine weitere Finanzspritze abgelehnt hat, wurde nun der Antrag auf Konkurs in Eigenverwaltung gestellt.

Der Flugbetrieb wird laut Air Berlin fortgeführt. Die deutsche Bundesregierung unterstützt die Fluglinie dabei mit einem Übergangskredit von ca. 150 Millionen Euro. Dieser ist in Brüssel als Überbrückungskredit angemeldet worden, eine Antwort dauert natürlich eine Weile. Aber man sollte nicht vergessen, dass Wahlkampfzeiten herrschen: tausende verärgerte Urlauber, zahlreiche Jobs in Gefahr? Das stört die Idylle, aber die Bundesregierung hat eine Ausdehnung des Insolvenzschutzes, wie er bei Pauschalreisen besteht, für Flugreisen schlichtweg verschlafen.

Was bedeutet das für Sie als Kunde, der bereits einen Flug in den nächsten Monaten gebucht hat, oder einen Anspruch auf Ausgleichszahlung wegen der zuletzt immer häufig aufgetretenen Flugverspätungen oder Flugausfällen geltend gemacht hat?

Auch wenn Pressemeldungen nun eine Fortführung des Flugbetriebs bis Ende November prognostizieren: Sicherheit dafür gibt es leider keine.

Das Grundproblem, nämlich die Vorausleistung, also „Vorkasse“ für den Flugschein, den der Konsument leistet, obwohl der anzutretende Flug erst in ferner Zukunft liegt, ist das Hauptproblem.

Unser Unternehmenssprecher, Prof. Dr. Ronald Schmid hat diesen Umstand, den der BGH in bereits drei Urteilen als nicht abstrafungswürdig gesehen hat, schon lange kritisiert: der Konsument tritt bei einer Eigenbuchung eines Fluges in Vorleistung, er bezahlt den Flugpreis, wenn aber die Fluglinie insolvent wird, hat er eigentlich keinerlei Chance sein Geld wieder zurückzubekommen.

Hier mehr Infos zur rechtlichen Situation.

Stellungnahme von Professor Dr. Ronald Schmid (Unternehmenssprecher von FairPlane, Reiserechtsexperte):

Derzeit besteht wieder die konkrete Gefahr, dass viele Fluggäste Geld verlieren. 

Der Hilferuf der Air Berlin an die Politik (Bitte um Bürgschaften, die möglicherweise unzulässige Beihilfen sind oder bei Politikern auf taube Ohren stoßen könnten) macht hellhörig. Sollte die Rettung nicht gelingen, würden auch hier zigtausende Passagiere ihre bereits zu 100% erfolgte Zahlung des Flugpreises gar nicht oder nur zu einem kleinen Bruchteil aus der Insolvenzmasse zurückerhalten. Ein echtes Horrorszenario!

Eine Kundegeldabsicherung wie sie für Pauschalreisen installiert wurde, hat der Gesetzgeber bislang nämlich nicht eingeführt, obwohl dies von vielen Seiten (u.a. vom vzbv Verbraucherzentrale Bundesverband und FairPlane) immer wieder gefordert wurde. Hier hat die Politik versagt. Wenn sie jetzt finanzielle Hilfen (aus Steuermitteln!) anbietet, so nur, um ein brisantes Thema aus dem „Wahlkampf“ herauszuhalten, damit die geschädigten Fluggäste, aber auch die Mitarbeiter von Air Berlin (die ja fast alle auch Wähler sind) nicht merken, dass (auch) hier die aktuelle Bundesregierung und schon ihre Vorgänger beim Thema Verbraucherschutz kläglich versagt haben. 

Aber auch die Judikative trägt eine beachtliche Mitschuld: Jetzt werden nämlich die Folgen der Vorkasse-Entscheidung des BGH vom 16.2.2016 − X ZR 98/14 virulent. Der X. Zivilsenat hat seinerzeit die Ansicht vertreten, dass seine Rechtsprechung zur Vorkasse beim Reisevertrag nicht auf den Luftbeförderungsvertrag übertragen werden muss. Er hat zwar das Risiko, dass der Fluggast bei vollständiger Zahlung des Flugpreises oft Wochen und Monate vor Abflug das volle Risiko der Leistungsunfähigkeit des Luftfahrtunternehmens trägt, das nicht – wie im Reisevertragsrecht – abgesichert ist, im Auge gehabt (Rn. 28), darin aber keine Unbilligkeit gesehen.

Die zahlreichen Insolvenzen von Luftfahrtunternehmen in der Vergangenheit scheinen schon wieder aus dem Blickfeld geraten zu sein: Insolvent wurden namhafte Luftfahrtunternehmen wie PanAm, TWA, Delta, US Airways, American Airlines, Northwest in den USA,  Aero Lloyd, Hamburg Airlines, Sabena, Swissair, Malev, Hello u.v.a. in Europa. Selbst die Deutsche Lufthansa war Anfang der 1990er Jahre ein hochverschuldeter Sanierungsfall und hätte vielleicht Insolvenz anmelden müssen, wäre es damals nicht noch ein staatliches Unternehmen gewesen. Angesichts solcher Historie kann ich einige der Kernsätze des BGH-Urteils nicht nachvollziehen: „Das Insolvenzrisiko ist bei einem Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft durch die Zulassungs- und Aufsichtsbestimmungen im Vergleich zu einem Unternehmen, das keiner staatlichen Aussicht unterliegt, deutlich verringert“ und „… das Luftfahrtunternehmen ist jederzeit verpflichtet, seine finanzielle Leistungsfähigkeit nachzuweisen.“

Fakt ist nämlich: Wenn die Aufsichtsbehörden (nach längerer Prüfung!) zum dem Schluss gelangt, dass die finanziellen Bedingungen für eine Aufrechterhaltung des Betriebs nicht gesichert sind, und die Betriebsgenehmigung aussetzt oder gar widerruft, haben in der Regel schon viele, viele Fluggäste ihre Flugbuchungen für künftige Flüge getätigt und bezahlt.

Wenn die Judikative und die Legislative das Recht der Luftfahrtunternehmen auf Vorkasse weiterbestehen lassen, muss endlich eine Absicherung wie im Reisevertragsrecht geschaffen werden. Am besten auf europäischer Ebene! Ein solches Vorhaben ist kein überzogener, sondern ein dringend notwendiger Verbraucherschutz.

Ich habe bereits ein Ticket gebucht, oder eine Klage auf Ausgleichszahlung ist anhängig, was nun?

Wenn Sie ein Ticket direkt bei der Fluglinie, oder über einen Internetanbieter gebucht haben, haben Sie leider nur einen schuldrechtlichen Anspruch, ander ist das bei einer Pauschalreise (siehe nächster Punkt).

Der Anspruch, den man gegen die Fluglinie geltend machen kann ist ein rein schuldrechtlicher, man meldet seine Forderung an und erhält das, was die Masse noch hergibt. Natürlich sind Großgläubiger sehr weit vorne in der Liste zu finden. Für „kleine Fische“, wie die tausenden Passagiere, die bereits vorab Ihr Ticket bezahlt haben, bleibt nichts mehr übrig. Ein „ Aussonderungsanspruch“ aus der Masse, wie er beim Eigentum möglich ist, liegt hier leider nicht vor.

Der geltend zu machende Anspruch an die Masse ist ebenfalls kostenpflichtig, ob aber letztendlich auch eine Zahlung aus der Masse an Sie übrigbleibt ist mehr als unwahrscheinlich.

Ich habe eine Pauschalreise gebucht, hier ist auch ein Flug mit Air Berlin vorgesehen, was muss ich tun?

Wie von unserem Unternehmenssprecher Prof. Dr. Ronald Schmid in seiner Stellungnahme erörtert, haben Sie den Vorteil, dass hier eine sogenannte Reisepreissicherung besteht. Das Reiseunternehmen muss sich um eine andere Flugverbindung kümmern. Etwaige Mehrkosten betreffen Sie aber nicht, denn diese werden eben von der Reisepreissicherung berappt. Informieren Sie sich aber sicherheitshalber, ob Ihr Reiseveranstalter auch demgemäß vorgeht und lassen Sie sich keinerlei zusätzlichen Kosten aufschwatzen. 

Ich habe noch Gutscheine von Air Berlin, sind diese noch gültig?

Sobald sich ein Unternehmen in Insolvenz befindet, darf es keine Gutscheine mehr einlösen. Hier haben Sie nur einen sogenannten Ersatzanspruch, diesen müssen Sie leider ebenfalls im Konkursverfahren anmelden.

Tipp von CEO und Firmengründer Mag. Andreas Sernetz, FairPlane:

Dass Air Berlin seit längerem in großen Schwierigkeiten steckt ist uns bekannt, seit 2008 konnte Air Berlin (Ausnahme kleiner Gewinn 2012) nur Verluste ausweisen.

Besonders in den letzten Jahren haben wir bei FairPlane immer mehr Fälle für Ausgleichszahlungen hereinbekommen. Momentan haben wir rund 3.000 offene Verfahren gegen Air Berlin anhängig, deren Ausgang nun leider ungewiss ist. Was die Zukunft bei Air Berlin bringen wird ist schwer vorherzusehen. Auch wenn in den Medien ein Flugbetrieb bis Ende des Jahres als gesichert gilt, kann ich eigentlich nur raten, bei neuen Buchungen auf andere Airlines umzusteigen. Die Situation ist zu unsicher. Auch eine Ticketstornierung (ticketrefund.de) macht wenig Sinn, da eine Auszahlung in der Insolvenz, in der sich Air Berlin nun befindet, nicht zulässig ist. Der Kunde wird wieder auf das drohende Insolvenzverfahren verwiesen, in dem seine Position leider sehr aussichtslos ist.

Nimmt FairPlane noch neue Fälle für Air Berlin an?

Mag. Sernetz, FairPlane: Natürlich, unsere Kunden zahlen die Provision für eine erfolgreich durchgesetzte Ausgleichszahlung ja nur im Erfolgsfall. Kein Erfolg-keine Kosten für den Kunden, das ist unser Credo. Daher kann man als Kunde von FairPlane nichts verlieren, sondern nur gewinnen.

Entschädigung bei Flugverspätung mit Air Berlin Flugverspätung

Wissenswertes zur Fluggesellschaft Air Berlin

Das Unternehmen blickt auf eine wechselhafte Geschichte zurück. 1978 als Charterfluggesellschaft in den USA gegründet, liegt ihr Sitz heute in Großbritannien. Der Name Air Berlin erinnert an den Erstflug der Gesellschaft von Berlin nach Palma de Mallorca, zu einer Zeit, in der nur Flugzeuge der Alliierten West-Berlin anfliegen durften. Ziele rund um das Mittelmeer, im Speziellen Palma de Mallorca, waren lange Hauptanflugsziel von Air Berlin. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde diese Spezialisierung verstärkt und ausgebaut. Durch immer mehr Anbieter von Billigflügen nahm die Fluggesellschaft die sogenannten „City-Shuttles“ in ihr Programm auf, die in hoher Frequenz auch europäische Großstädte anflogen. Dabei baute sich Air Berlin den Ruf als Premium-Anbieter unter den preiswerten Airlines auf. Nach Übernahme etlicher Fluggesellschaften, wie dba und LTU, erweiterte Air Berlin sein Streckennetz international. Durch Anschluss an die Luftfahrtallianz oneworld eröffnete sich die Luftfahrtgesellschaft auch den wichtigen amerikanischen Markt und fliegt seit 2013 Direktflüge, zum Beispiel von Berlin nach Chicago/USA. Wirtschaftliche Probleme zwangen Air Berlin, die arabische Etihad Airways als Anteilseigner zu akzeptieren, was beiden Seiten Zugang zum europäischen, arabischen und asiatischen Flugraum gewährleistete. Trotz Vielflieger- und Bonusprogrammen musste Air Berlinin den letzten Jahren Rekordverluste hinnehmen. Minimierung der Flotte, enorme Stellenstreichungen undFlugverspätung dominieren die Nachrichten über die Fluggesellschaft.

Daten zur Fluggesellschaft Air Berlin

IATA-Code:AB
ICAO-Code:BER
Rufzeichen:AIR BERLIN
Gründung:1978
Sitz:Rickmansworth,
Vereinigtes Königreich
Drehkreuz:
  • Berlin-Tegel
  • Düsseldorf
  • München
  • Zürich
  • Palma de Mallorca
Heimatflughafen:Berlin-Tegel
Unternehmensform:PLC
ISIN:GB00B128C026
Leitung:Wolfgang Prock-Schauer (CEO)
Mitarbeiterzahl:8.694 (31. März 2014)
Umsatz:4,15 Mrd. € (2013)
Bilanzsumme:1,89 Mrd. € (2013)
Fluggastaufkommen:31,5 Mio. (2013)
Allianz:* oneworld

  • Etihad Airways Partners
Vielfliegerprogramm:topbonus
Flottenstärke:125 (+ 34 Bestellungen)
Ziele:National und International
Website:airberlin.de

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